San Miguelito Wildlife Conservation
San Miguelito Wildlife Conservation

San Miguelito Wildlife Conservation

Am Donnerstag, dem 23.6. geht es dann San Miguelito. Duston, dem die Ranch gehört, holt uns morgens im Santa Barbara ab und wir beginnen mit Donny die dreistündige Fahrt. Während der Fahrt erfahren wir viel über die Geschichte der Ranch: Dustins Vater hat die Ranch in Bolivien gekauft, um Viehzucht zu betreiben. Zu Beginn wurde auch viel auf der Farm gejagt, unter anderem um Konflikte zwischen Jaguaren und Vieh klein zu halten. Doch da nicht nur Jaguare, sondern auch andere Säuger gejagt wurden, gab es nur noch mehr Konflikte mit den Raubkatzen, da ihre übliche Beute bereits von Menschen gejagt wurde. Heute gibt es auf der Ranch eine No-Hunting-Policy. Zudem wird dafür gesorgt, dass das junge Vieh direkt am Haus großgezogen wird. Seitdem können Mensch und Jaguar gut miteinander koexistieren.
Zunächst beziehen wir die Hacienda San Miguelito. Sie liegt auf einen Hügel und hat somit eine tolle Rundumsicht auf den umgebenden Urwald. Etwas bizarr wirkt die Einrichtung, da noch aus früheren Zeiten einige Jagdtrophäen wie Jaguar-Felle das Wohnzimmer dekorieren. Die Wände sind voller Bilder von Wildtieren, die die Kamerafallen in den letzten Jahren aufgezeichnet haben. Wir unternehmen noch einen kleinen Spaziergang um das Haus herum und laufen zum Anaconda-Lake.
Nach dem Mittagessen geht es mit dem Geländewagen zum Fluss. Dort beginnen wir unsere Wildtier-Beobachtung per Kanu. Viel gibt es heute zu sehen: Verschiedenste Vogelarten (darunter den Giant King Fisher und den Southern Screamer) und Kapuziner-Affen. Als wir zur Anlegestelle zurückkommen, tauschen wir dort noch die Speicherkarten der Kamerafallen aus. Als wir im Dunkeln zurück auf der Hacienda sind, genießen wir noch ein wenig das Lagerfeuer und beziehen dann für die Nacht die Hängematten im Aussichtsturm der Hacienda.
Am nächsten Morgen geht es noch vor Sonnenaufgang nochmal zur Anlegestelle. Diesmal fahren wir (Duston, Kai und ich) flussabwärts, während Hugo und Donnie mit dem bolvianischen Gehilfen flussaufwärts unterwegs sind. Diesmal entdecken wir noch Aligatoren und Wildschweine. Die größte Entdeckung macht Kai allerdings auf Rückfahrt zur Ranch. Eine circa 3 Meter lange Boa Constrictor liegt direkt am Wegesrand. Wir bringen die riesige Schlange unter Kontrolle und betrachten das Kraftpaket genauer.
Für den Nachmittag ist Fischen angesagt. Zunächst werfen wir das Fischernetz an einem kleinen Tümpel am der großen Straße, die durch Ranch führt. Dabei fangen wir sogar ein paar Fische, darunter eine prähistorische Fisch-Art, den Sapato. Im Anschluss versuchen wir unser Glück mit der Angelrute an zwei anderen Tümpeln, doch leider ohne Erfolg. Wir wollen heute nach dem Besuch in der Jaguar Cave nochmal versuchen uns Abendessen zu beschaffen.
Die Jaguar Cave erreichen wir nach einem kurzen aber knackigen Anstieg mit anschließender freiwilliger Kletterpartie. Wir genießen dort vor allem die Aussicht bei Sonnenuntergang, da der Name – nunja eher Marketing-Charakter hat. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Auto beginnen wir eine Nachtwanderung. Seine zwei Gehilfen, die zwar jetzt gerade mit uns fahren, sollen wir später treffen. Die beiden haben die zuvor gefangenen Fische so präperiert, dass wir versuchen wollen mit ihnen den größeren Katzenfisch zu angeln. Der Pfad, den wir hingegen begehen, führt an den Rand des Sumpfgebietes. Mit der Zeit wird der Pfad immer schwerer erkennbar, da sich die Natur ihr Territorium wieder zurückgeholt hat. Duston überrascht an dieser Stelle mit aussergewöhnlich schlechten Orientierung, so dass Hugo und ich nach einigen Irrwegen entschließen die Gruppenführung zu übernehmen und uns wieder zurück zum Startpunkt der Wanderung zu begeben. Wir laufen entlang der Straße und finden wenige hundert Meter später den am Straßenrand geparkten Geländewagen. Von hier aus sind die beiden bolivianischen Gehilfen aufgebrochen. Wir folgen erneut einem Pfad Richtung Angelmöglichkeit. Der Pfad ist so lang, dass wir uns fragen warum wir überhaupt zuvor die Extra-Wanderung versucht haben. Als wir am vermeintlichen Zielort ankommen, ist dort aber niemand anzutreffen. Wir irren rufend umher auf der Suche nach den beiden Bolivianern und es dauert auch gut eine Weile, bis wir Antwort bekommen und die Gruppe wieder vereinen können. Doch zu unserer und vor allem Kais Enttäuschung können wir keinen geeigneten Platz zum Fischen ausmachen und kehren unverrichteter Dinge zurück zur Hacienda.
Für den letzten Tag stehen noch zwei Aktionen auf dem Programm. Zunächst machen wir eine Wanderung und suchen nach weiterem Wildleben. Wir entdecken einige Spechte und eine dreiköpfige Affenfamilie. Anschließend geht es noch zu Camp Nicki mit dem gleichen Ziel. Auf dem Weg dorthin überraschen wir einen Cuati am Wegesrand, der sich sofort aufrichtet und uns mit Drohgebärden vertreiben will. Doch leider hat der kleine bei den neugierigen Fotografen keine Chance und flüchtet sich kurzer Hand auf einem Baum, wo wir ihn dann auch in Ruhe lassen. Am Camp Nicki, dass nach Nick von der Reiseagentur benannt wurde, laufen wir noch ein paar Meter, doch leider entdecken wir hier jedoch außer Spuren von Pumas wenig.
Insgesamt hatten wir eine tolle Zeit auf der Hacienda mit Duston, Hugo und Donnie. Das Essen war großartig, wir hatten super viel Glück, dass wir soviele verschiedene Tiere sehen konnten, und wir konnten die Atmosphäre der beinahe unberührten Natur genießen. Ein wenig sehnsüchtig fahren wir wieder in die Stadt zurück…

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